Der aktuelle Fall aus der Praxis

Und manchmal kommt auch die ganze Familie mit zum Helfen…..

Hausbesuch zum Impfen eines Wurfes super-goldiger Golden Retriever Welpen:

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www.goldendreams-Stubenwald.de

 

 

 

 

 

Der aktuelle ganz persönliche Fall….

Nugget

Dieses Mal geht es bei dem „aktuellen Fall“ um Nugget, meine eigene kleine und heiß geliebte Miniatur-Bullterrier Dame !

Nugget kam zu uns, war munter und lustig, wie es sich für einen kleinen Bulli gehört. Sie hatte eigentlich schon von Anfang an ein eigenartiges lautes „Schnaufen“, besonders beim Rennen und wenn sie sich aufgeregt hatte… dieses wurde im Laufe der Zeit immer stärker und auffälliger und dann hatte sie plötzlich bei Anstrengung „Ohnmachtsanfälle“. Es war nun unübersehbar, dass etwas mit dem Kehlkopf nicht stimmt und sie bei Belastung nicht genügend Luft bekommt. Das Herz und die Luftröhre und die Lunge waren ganz in Ordnung. Da die Operation am Kehlkopf immer ein großes Risiko darstellt und es keineswegs sicher ist, dass eine solche Operation, eine „Lateralisierung des Stimmbandes“, auch gelingt und sich damit die Situation für den Hund verbessert, habe ich lange mit mir gerungen, ob ich sie operieren lassen soll oder nicht. Da Nugget aber auch in Ruhe und besonders bei warmen Wetter immer schlechter Luft bekam, habe ich mich dann doch entschieden, im März 2015 eine Operation am Kehlkopf durchführen zu lassen. Leider kam es wie befürchtet und drei in verschiedenen spezialisierten Tierkliniken durchgeführte Operationen waren leider nicht erfolgreich, trotz dem sich alle Beteiligten sehr bemühten und alles gegeben haben, was dem derzeitigen Stand der Wissenschaft entspricht. Sie können mir glauben, dass diese Tage und Wochen des Bangens und Hoffens und der Pflege des mehrfach fast erstickenden Hundes auch für mich eine grenzwertige Belastung dargestellt hat!

Das Endergebnis dieser Eingriffe stellt jetzt ein permanentes Tracheostoma dar, prinzipiell ein Loch in der Luftröhre, durch welches Nugget jetzt atmet, um den deformierten und nicht zu rettenden Kehlkopf zu umgehen.

Wenn dieses „Loch“ einfach offen bleibt, wie es eigentlich in der Tiermedizin bis heute praktiziert wird, birgt das natürlich verschiedene Gefahren: das Einatmen von Staub und Fremdkörpern, Infektionen, das Austrocknen der eigentlich feuchten Schleimhaut in der Luftröhre, das Einatmen von zu trockener oder zu kalter Luft und vieles mehr. Hunde mit einem Tracheostoma haben eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit und leider keine lange Überlebenszeit. Außerdem kollabiert dieses Loch bei bestimmten Bewegungen und Nugget hatte wieder Erstickungsanfälle.

Aus diesen Gründen habe ich mich entgegen aller Experten-Ratschläge und mit ganz viel Unterstützung von Familie, Freunden, Kolleginnen, Experten, Spezialisten, Pflegepersonal aus der Humanmedizin und Beratungspersonal von verschiedenen medizinischen Internetseiten zu einem bisher noch nicht beschriebenen Vorgehen entschieden:

Nugget trägt jetzt eine Trachealkanüle mit einer sogenannten „künstlichen Nase“:

Das " Equipmetnt": trachealkanüle und künstliche Nase

Das “ Equipment“: Trachealkanüle und künstliche Nase

 

Diese Trachealkanüle wird zweimal täglich gewechselt, gereinigt und desinfiziert und mit einem speziellen Trachealkanülen-Halteband am Hals befestigt. Auf diese Kanüle wird die „künstliche Nase“ aufgesetzt, die die Atemluft anfeuchtet und erwärmt und durch spezielle Schaumstoffeinlagen die Atemluft filtert und das Einatmen von Staub und Fremdkörpern verhindert. Außerdem wird durch die Kanüle das „Atemloch“ stabilisiert und das weitere „Schrumpfen“ und Kollabieren des Lochs verhindert.

Mit diesem, in der Humanmedizin etabliertem Management, geht es Nugget seit einiger Zeit und nach langer Rekonvaleszenz zur Zeit erstaunlich gut.

Die Luftröhre verträgt diesen Fremdkörper- wie auch in der Humanmedizin- erstaunlich gut, es besteht fast kein Hustenreiz ( nur minimal beim Wechseln der Kanüle), Nugget kann frei draußen auch in der Wiese herum rennen und auch buddeln und ein ziemlich gutes Hundeleben führen.

 

 

Nugget mit Trachealkanüle und künstlicher Nase

Nugget mit Trachealkanüle und künstlicher Nase

 

Seit inzwischen 3 Monaten kommen wir inzwischen immer besser damit klar und verbessern das Equipment und das Management immer mehr. Natürlich funktioniert das Ganze nur, weil Nugget eine außergewöhnlich brave Hündin ist, die wirklich alles mit sich machen lässt, die brav mit der Trachealkanüle umher spaziert und fast nie daran kratzt, weil auch die große und eigentlich ziemlich rüpelige Schäferhündin Jodie diesen Bereich wie selbstverständlich meidet und alle Familienmitglieder und Mitarbeiterinnen und Freunde mich bei der Sorge, der Beaufsichtigung und der Pflege von Nugget unterstützen.

 

 

Was ich aus dieser Geschichte gelernt habe:

dass etwas schief gehen kann, auch wenn man alles gut überdenkt, alle Beteiligten ihr Bestes geben und keiner einen Fehler macht und niemand Schuld ist….

dass auch ich mich als Patient in zwei von drei Tierkliniken nicht besonders wohl gefühlt habe, mich zumindest menschlich nicht gut aufgehoben gefühlt habe und daraus lerne, wie ich mich nicht verhalten möchte!

und dass man manchmal neue Wege entgegen aller gutgemeinter Ratschläge gehen muss, um etwas zu erreichen, was eigentlich nicht möglich erscheint….

 

 

 

 

Nugget wird langsam wieder lustig....

Nugget wird langsam wieder lustig….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update zu Nugget

inzwischen, im November 2016 geht es Nugget richtig gut! Sie lebt völlig unbeschwert mit ihrem Handicap und freut sich ihres Lebens. Die Trachealkanüle wird einmal täglich gewechselt, nach wie vor toleriert sie dieses Procedere vorbildlich. In den ganzen eineinhalb Jahren hat sie keine Entzündungen oder Infektionen gehabt. Sie läuft frei beim Gassi über Wiesen und Felder und im Wald und spielt mit anderen Hunden. Nuggets Lebensqualität ist ausgesprochen gut und ich würde dieses Vorgehen auf jeden Fall als Alternative zu einem offenen Tracheostoma mit allen Komplikationen, wie Infektionen, Aspiration von Fremdkörpern, Verstopfung des Stomas durch Sekrete etc,. bevorzugen!

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Kaiserschnitt bei einer Hündin

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Nelly hatte schon seit mehr als 2 Stunden Preßwehen am 62. Tag der Trächtigkeit, das Fruchtwasser war inzwischen grün verfärbt. Im Ultraschall waren alle Welpen noch als lebendig erkennbar. Offensichtlich sollte diese Geburt nicht auf natürlichem Weg vonstatten gehen. Wenn das Fruchtwasser sich grün verfärbt, ist das ein Zeichen für die Ablösung der Plazenten (Nachgeburten), das bedeutet, daß die Welpen nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt werden.

Um das Leben der Welpen nicht zu gefährden, entschlossen wir uns zu einem sofortigen Kaiserschnitt.

Nelly und ihre 6 Welpen sind gesund und munter und haben großen Hunger:

 

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LuzyLuzy“

ist eine ca 2 jährige Katze, die durch einen Unfall 3 Zehen der rechten Vorderpfote verloren hatte, durch eine Infektion starb dann noch die gesamte Haut der Vorderpfote ab und das Bein sollte amputiert werden….

Luzy am ersten TagLuzy am ersten Tag 2

Wir versuchten eine intensive Behandlung mit speziellen, nicht haftenden Wundauflagen, ein neues Antibiotikum, nahezu täglichen Verbandswechseln und nachdem Luzy hervorragend mitspielte und Frauchen nichts zu viel war, sah das Bein nach wenigen Tagen immer besser aus und nach einigen Wochen war das Gewebe bereit für eine Hauttransplantation….

Luzy vor der ZTransplantationLuzy vor der Transplantation 2

In beispielhafter kollegialer Zusammenarbeit mit der Spezialistin Dr. Ursel Wiegand aus Mörlenbach bekam Luzy eine „neue Haut“ für das Bein aus einem Transplantat von der linken Brustwand mittels „Mesh graft Technik“, einem Verfahren, bei dem die Haut entnommen, speziell aufgearbeitet und dann auf das vorbereitete Wundbett transplantiert wird. Die ersten Tage hieß es Daumen drücken und hoffen, daß alles klappt und nach 3 Wo war Luzy ihre schon fast gewohnten Verbände los und hatte das Bein wieder zur Verfügung! Alles hat, dank der Mitarbeit von Frauchen und der unendlichen Geduld von Luzy super geklappt und wir alle sind sehr glücklich, das Luzy ihr Bein behalten konnte und es auch sehr gut benutzen kann.

Lucy nach der TransplantationLuzy nach der Transplantation3Luzy glücklich

 

Luzy mit dem PuschelbeinŠ Luzy mit ihrem Puschelbein…..Januar 2008